Dein Mental Movie Soundtrack

Intuitiv wissen Sie wahrscheinlich bereits, dass Musik ein starker Speicherauslöser ist. Mischen Sie einfach Ihre Lieblings-Wiedergabelisten durch und Sie werden wahrscheinlich auf ein paar nostalgischen Melodien landen, die Sie zurück zur High School, zu Ihrer ersten Liebe oder zu den perfekten Sommerferien bringen. Eine kürzlich durchgeführte Studie belegt nun, dass Musik, Gedächtnis und Emotionen im Gehirn miteinander verbunden sind und die Forschung Auswirkungen auf die Therapie von Alzheimer-Patienten haben könnte.

Forscher der University of California in Davis haben die Gehirnaktivität einer Gruppe von Studenten, die Musik hören, kartiert und festgestellt, dass die Region des Gehirns, die Erinnerungen unterstützt und abruft - der mediale präfrontale Kortex (direkt hinter der Stirn) - auch eine Drehscheibe, die Erinnerungen, Emotionen und vertraute Musik verbindet.

Petr Janata, Autor der Studie und außerordentlicher Professor für Psychologie am Center for Mind and Brain der UC Davis, ließ die Schüler Auszüge von Liedern anhören, die beliebt waren, als die Schüler aufwuchsen (zwischen 8 und 18 Jahren). Janata zeichnete ihre Gehirnaktivität mithilfe einer funktionellen MRT auf (mit der der Blutfluss im Gehirn gemessen wird) und verglich die fMRT mit einer Umfrage, die die Schüler nach dem Hören der Musik durchgeführt hatten. Er fand heraus, dass die Lieder, die mit den stärksten Erinnerungen verbunden waren, mit mehr Aktivität im oberen (dorsalen) Teil des medialen präfrontalen Kortex korrespondierten.

"Was zu passieren scheint, ist, dass ein bekanntes Musikstück als Soundtrack für einen mentalen Film dient, der in unserem Kopf zu spielen beginnt", sagte Janata. "Es ruft Erinnerungen an eine bestimmte Person oder einen bestimmten Ort zurück, und Sie könnten plötzlich das Gesicht dieser Person in Ihrem geistigen Auge sehen. Jetzt können wir die Assoziation zwischen diesen beiden Dingen sehen - Musik und Erinnerung."

Der mediale präfrontale Kortex ist zufällig auch der Bereich des Gehirns, der bei Alzheimer-Patienten zuletzt atrophiert. Und Erinnerungen an autobiografisch wichtige Musik scheinen bei Menschen mit dieser Krankheit verschont zu bleiben. Janata hofft, seine Forschung nutzen zu können, um eine musikbasierte Therapie für Patienten zu entwickeln.
"Die Bereitstellung von MP3-Playern und benutzerdefinierten Wiedergabelisten für Patienten könnte sich als eine Strategie zur Verbesserung der Lebensqualität erweisen, die sowohl effektiv als auch wirtschaftlich ist", sagte er. Also sei nett: Lade einen Soundtrack für Oma hoch und lass ihren mentalen Film rollen.